Entziehung der Fahrerlaubnis / Fahrverbot - Ein Überblick über das Verkehr- und Führerscheinrecht

 

 

Wenn ein Verkehrsteilnehmer die Regeln des Straßenverkehrs missachtet und geschieht dies sogar wiederholt, dann droht nicht nur das Fahrverbot, sondern sogar der Entzug der Fahrerlaubnis. Diese Strafe kann sogar berufsvernichtende Folgen haben, sollten sie berufliche auf Ihre Fahrerlaubnis angewiesen sein. Weshalb ein Fahrverbot oder die Entziehung der Fahrerlaubnis bevorstehen, ist zunächst unerheblich. Es kann wegen eines Tempoverstoßes sein, wegen Alkohol oder Drogen am Steuer oder wegen einer überfahrenen roten Ampel.

 

Der Entzug der Fahrerlaubnis und das Fahrverbot sind die schärfsten Schwerter des Verkehrsrechts. Sie können bei einmaligem oder wiederholten Fehlverhalten des Fahrers angeordnet werden.

Der Zweck dieser Strafen ist die Abschreckung und die Erziehung der Verkehrsteilnehmer. Da von Fahrzeugen eine besondere Gefahr ausgeht, soll nur derjenige berechtigt sein, ein Fahrzeug zu führen, der auch dazu geeignet ist. Das bedeutet, wer zuverlässig ist.

 

Das Fahrverbot ist die Abgabe ihres Führerscheins. Im Führerschein ist Ihre Erlaubnis Fahrzeuge zu führen verkörpert. Sie dürfen bei einem Fahrverbot zwar nicht fahren, aber Sie haben grundsätzlich noch die Erlaubnis und Befähigung dazu. 

Das Fahrverbot kann für eine Dauer von einem bis zu drei Monaten erteilt werden. 

 

Die Behörden lassen Ihnen zunächst einen entsprechenden Bescheid zukommen. Mit Zugang des behördlichen Bescheids haben sie 2 Wochen Zeit, sich zu überlegen, ob sie weitere Schritte ergreifen wollen oder nicht. Nach Ablauf der Frist ohne Einspruch ist der Bescheid rechtskräftig und sie sagen konkludent, dass Sie die Strafe akzeptieren. Sie müssen dann Ihren Führerschein bei einer Polizeidienststelle abgegeben, sodass Sie im Zeitraum des Fahrverbots ein KFZ ohne gültige Erlaubnis führen würden. Der Führerschein muss aber in aller Regel nicht sofort herausgegeben werden, häufig gibt es ein bis zu vier Monate lange Schonfrist, um sich auf das Fahrverbot vorzubereiten.

 

In der Praxis bietet es sich stets an, den Bescheid durch einen Anwalt für Verkehrsrecht überprüfen zu lassen, da Sie häufig fehlerhaft sind. 

 

Es lässt sich leicht überprüfen, ob eine Rechtsbehelfsbelehrung fehlt oder ein Vorgang bereits verjährt ist, allerdings ist es Ihnen ohne Anwalt nicht möglich, die Beweismittel der Behörden zu sichten.

Beruht der Vorwurf auf einem Blitzerfoto, dessen schlechte Qualität Sie siegesgewiss werden lässt, sodass Sie auf einen Anwalt verzichten, obwohl Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, dann werden Sie häufig überrascht sein, dass die Behörden bewusst Ihre stärksten Karten nicht ausspielen und die Bilder von hoher Qualität in der für Sie verschlossenen Ermittlungsakte verborgen sind.

Nach Ablauf der Strafe können Sie sich den Führerschein gegen Gebühr zuschicken lassen oder von der entsprechenden Dienststelle abholen.

 

Der Entzug der Fahrerlaubnis ist die Aberkennung der Erlaubnis ein Fahrzeug zu führen. Punktüberschreitung, Drogen oder Alkohol am Steuer und Fahrerflucht sind einige Gründe für die Entziehung der Fahrerlaubnis. Dies verdeutlicht dass die Fahrerlaubnis dann verloren ist, wenn Ihnen ein schweres Fehlverhalten nachgewiesen wird oder Sie wiederholt Regeln missachtet haben.

Ein Gericht oder eine Verwaltungsbehörde muss den Führerscheinentzug anordnen. Mit Wirksamkeit des Urteils wird Ihr Fahrausweis quasi wertlos. Wenn Sie auf dieses Weise ohne Fahrerlaubnis dastehen, dann dürfen Sie mindestens 6 Monate lang keinen neuen Führerschein beantragen. Sie sind so lange gesperrt. 

 

Um aber letztendlich doch wieder ein Fahrzeug führen zu dürfen, müssen Sie die Wiedererteilung beantragen. Diese wird stets an Bedingungen geknüpft sein. Häufig wird es dabei um die MPU gehen. Diese medizinisch-psychologische Untersuchung kostet Sie nicht nur mehrere hundert Euro, sondern Sie ist auch ein subjektives Verfahren, dessen Erfolg nicht unerheblich von der Einschätzung eines Sachverständigen abhängig ist.

 

Um das Geld für die MPU nicht zu verschwenden, ist es ratsam, sich vorzubereiten. Wurde Ihre Fahrerlaubnis wegen Alkohols entzogen, bietet sich ein Konsumtagebuch und Abstinenznachweis an, schließlich müssen Sie die Behörden von Ihrer Zuverlässigkeit überzeugen.

Der beste und günstigste Weg ist sicherlich das Nutzen Ihrer Versicherung und die Beauftragung eines Anwalts, um eine Entziehung der Fahrerlaubnis gänzlich zu vermeiden.